Mit Schiefer läst sich schöner stromen

Mit steigenden Strompreisen in Deutschland wird die eigene Photovoltaik-Anlage (PVA) auf dem Dach interessanter – und dank neuer Lösungen nachhaltig und optisch elegant. Dazu gehört ein smartes Schieferdach. Es verbindet Ökologie mit Ökonomie: 100 Prozent Natur treffen auf zeitlose Ästhetik und grüne Energie.

Wenn rund um den Erdball am 3. Mai 2021 zum 43. mal der “Tag der Sonne” ausgerufen wird, dann können Besitzende einer PVA ihr Klimagewissen damit beruhigen, dass sie den ersten Schritt dazu getan haben – auch wenn’s keine PVA auf einem Schieferdach ist. Solche Dächer sind in unserer Region ohnehin eher selten. Dennoch sind sie attraktiv – und das ökologisch wie ökonomisch: Den grünen Strom für Haus- und Klimatechnik liefert nahezu unsichtbar ein elegant ins Schieferdach integrierte PVA.

Dort treffen 400 Millionen Jahre in der Erde gereifte Steine auf Solartechnik des 21. Jahrhunderts: Zwischen den modernen Rechtecksteinen verstecken sich passgenau und bündig mit den Schiefersteinen leistungsfähige monokristalline Silicium Solarmodule. Die rahmenlosen und nur 4,5 Kilo schweren Elemente können bei einer Neueindeckung mit einem renommierten Schiefer-System in einem Arbeitsgang zeitsparend verlegt – oder später, wenn der Bedarf vielleicht steigen sollte, im Handumdrehen einfach nachgerüstet werden.

Mit Schiefer lässt sich smart und schön die Sonne anzapfen. Foto: Rathscheck Schiefer

Unkompliziert wie der Installationsvorgang ist die gesamte Technik: Die in den Photovoltaikelementen verborgenen Solarzellen wandeln natürliche Sonnenstrahlung in Energie um, ein Wechselrichter erzeugt aus dem solaren Gleichstrom netzüblichen Wechselstrom, der selbst verbraucht, gespeichert oder ins Stromnetz eingespeist werden kann. Da sich die Einspeisevergütungen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2021) für Neuanlagen kontinuierlich reduzieren – zur Zeit gibt es für die meisten privaten Neuinstallationen noch knapp unter 8 Cent pro Kilowattstunde – lohnt sich in Zukunft vor allem der selbst genutzte Solarstrom: Unabhängigkeit von steigenden Strompreisen in Verbindung mit umweltfreundlicher erneuerbarer Energie.

Tagsüber können die Sonnenpaneelen für den Betrieb einer Wärmepumpe, die Betankung des E-Autos und das Aufladen einer Speicherbatterie dienen. Letztere übernimmt am Abend, in der Nacht oder wenn die Sonne weniger intensiv scheint, zum Großteil die Versorgung von Beleuchtung, Haushaltsgeräten und Klimatechnik. Auf 60 bis zu 80 Prozent lässt sich laut Experten die teilautarke Eigenversorgung in Verbindung mit einem leistungsfähigen Batteriespeicher, der in einigen Bundesländern stark gefördert wird, aufbauen.

Neben der langfristigen Kosteneinsparung sorgt beispielsweise eine 8 kw-Anlage, die auf eine Laufzeit von mindestens 25 Jahren ausgelegt ist, für ein gesundes Umweltgewissen: Pro Jahr werden dank der solaren Eigenproduktion bei einem Einfamilienhaus rund drei Tonnen C0 2- Emissionen, die sonst für die Energieversorgung des Bungalows mit fossilen Brennstoffen entstanden wären, eingespart.

Photovoltaik lässt sich generell überall in Deutschland installieren. Wichtig für den Solarertrag ist ein Anlagenstandort ohne dauerhafte Beschattung. Im Idealfall werden die Elemente nach Süden, Südwesten oder Südosten ausgerichtet und auf Dächern mit einer Dachneigung zwischen 25 und 35 Grad installiert. Da die nur 40 mal 120 Zentimeter großen Elemente im Schiefer-System nahezu frei auf der gesamten Dachfläche eingebettet werden können, kommen neben klassischen Satteldächern auch Walmdächer für die Installation auf mehreren Dachseiten in Frage. Denn auch auf Ost- oder Westseite und bei bedecktem Himmel liefern effiziente Elemente gute Leistungen. Die solare Stromgewinnung funktioniert sogar an der Fassade.