Erstschulung für Asbest-Sachkundenachweis

Die Dachdecker-Innung Herford sowie die Fachinnung für Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik Minden bieten eine Erstschulung der Asbestsachkunde nach TRGS 519 an. Die Schulung findet statt von Montag, 30. Januar 2023 (von 8 bis ca. 15.30 Uhr), bis
Dienstag, 31. Januar 2023 (von 8 bis ca. 14 Uhr), in der Kreishandwerkerschaft Wittekindsland, Rote Mühle 19, 32312 Lübbecke. Anmeldungen für die kostenpflichtige Schulung sollten schnellstmöglich bei den Geschäftstellen der beiden Innungen erfolgen, da eine rege Nachfrage zu erwarten ist (Tel. 05741/30187-15).

Erörtert werden in der Erstschulung unter anderem die Themenbereiche Gesundheitsgefahren und Berufskrankheiten durch Asbest sowie Vorschriften und Regelungen für Tätigkeiten mit Asbest und Asbestzement, das Asbestverbot nach der REACH-Verordnung, Bundes-Immissionsschutzgesetz, Landes-Bauordnung, Wasserhaushaltsgesetz, Abfallgesetz, Gefahrgutrecht.

„IV“ mit Terminen und Silbernem Meisterbrief

Erfreuliche Sachverhalte prägten die jüngste Innungsversammlung im Hotel „Kahle Wart“ in Hüllhorst: Die Finanzlage der Dachdecker-Innung Herford ermöglicht, auch im nächsten Jahr ohne Beitrags- oder Gebührenerhöhungen auszukommen. Ferner konnten Obermeister Stefan Lewe und der stellvertretende Lehrlingswart Sören Hellweg verkünden, dass die Zahl der neuen Auszubildenden gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen ist – auf mehr als 30. Was nahezu eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr ist.

Auch eine Ehrung trug zur guten Stimmung bei: Obermeister Stefan Lewe und Innungsgeschäftsführer Manuel Dierks konnten Christian Dinklage aus Enger einen Silbernen Meisterbrief überreichen.

Ferner wurden Termine und geplante Aktionen angekündigt: So soll es wieder ein Asbestseminar geben – entweder Ende Januar oder Anfang Februar 2023. Die genauen Daten werden in kürze bekanntgegeben. Fest stehen dagegen bereits die Termine für die nächsten Gesellenprüfungen: Die „Winterprüfungen“ erfolgen am 11. und 12. Januar 2023, die „Sommerprüfungen“ vom 26. bis 29. Juni 2023.

Zukunftssicherung in schwierigen Zeiten

Nach intensiven Verhandlungen haben sich die Tarifvertragsparteien des Dachdeckerhandwerks auf einen zukunftsweisenden Tarifkompromiss verständigt. Somit steigen die Löhne und Gehälter für die bundesweit rund 100.000 Beschäftigten deutlich zum 1. November 2022 und zum 1. Oktober 2023. Die Gesamtlaufzeit der neuen Tarifverträge beträgt 27 Monate. Zusätzlich erhalten die Beschäftigten einen Ausgleich der deutlich gestiegenen Lebenshaltungskosten in Form einer steuer- und sozialabgabenfreien Inflationsprämie in im Frühjahr 2023 und 2024. Zudem gibt es zwei Urlaubstage mehr. Und auch die Auszubildenden im Dachdeckerhandwerk können sich über mehr Geld freuen.

Vertreter der Tarifvertragsparteien werten die Übereinkunft als ein starkes Signal für das Handwerk, das zeigt, dass Tarifpartnerschaft im Sinne der Beschäftigten und der Betriebe gerade im Handwerk funktioniert. „Die Beschäftigten können, vor dem Hintergrund steigender Lebenshaltungskosten, wieder optimistischer in die Zukunft schauen und dem Dachdeckerhandwerk die Treue halten“, so ein Sprecher.

Nächste Innungsversammlung am 8. November 2022

Die Dachdecker-Innung Herford lädt ein zur nächsten Innungsversammlung am Dienstag, 8. November 2022, im Hotel Kahle Wart (Oberbauerschafter Straße 220, 32609 Hüllhorst). Die Versammlung beginnt um 18 Uhr. Obermeister Stefan Lewe bittet um Anmeldung bis spätestens 3. November 2022, da auch ein Imbiss gereicht werden soll.

Auf der Tagesordnung stehen die Vorlage und Abnahme der Jahresrechnung 2021 nebst der Übersicht des Vermögens und der Verbindlichkeiten. Ein weiterer Punkt auf der Agenda ist die Beratung und Beschlussfassung über den Haushaltsplan 2023 und die Höhe
der Beiträge und Gebühren. Darüber hinaus sind Ehrungen vorgesehen.

Dachdeckerhandwerk verfasst Positionspapier zur Klimawende

Dachdecker und Dachdeckerinnen sehen sich seit jeher dem Klimaschutz verpflichtet: Sie decken Dächer, die viele Jahrzehnte halten, sie dichten Keller und Balkone ab, sie dämmen die Gebäudehülle und begrünen Flach- und Steildächer. Sie errichten Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen. Somit gehören sie zu den klimarelevanten Schlüsselberufen. Die Energiewende kann aber nach Ansicht des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) nur gelingen, wenn auf politischer Ebene an wichtigen Stellschrauben gedreht wird. Dazu hat der Dachdeckerverband ein Positionspapier auf den Weg gebracht.

Sechs Themen im Fokus der Dachdecker

Sechs Stellschrauben hat der ZVDH ausgemacht und in einem umfassenden Positionspapier erläutert.

– Bestehende Förderlandschaft ausbauen
– „Eine-Million-Dächer-Sanierungsprogramm“ auf den Weg bringen
– Green Deal für Stadt und Grün umsetzen
– Schwerpunkte beim Seriellen Sanieren erweitern
– Entsorgung und Recycling zukunftsfest machen
– Fachkräftemangel angehen

„Wir sehen dieses Papier als einen konstruktiven Beitrag des Dachdeckerhandwerks, um gemeinsam mit der Politik die großen Herausforderungen durch den Klimawandel anzugehen. Daher haben wir zu den jeweiligen Punkten kurz die Problematik skizziert sowie erste Lösungsvorschläge formuliert“, erklärt ZVDH-Hauptgeschäftsführer Ulrich Marx die Intention des Positionspapiers.

Der Appell wurde bereits an die jeweiligen Ministerien und Ausschüsse gesandt. Es soll aber nicht als ein Forderungspapier verstanden werden, macht Marx deutlich und führt aus: „Wir wollen in den Dialog treten, da wir große Gefahr laufen, die Klimaziele nicht zu erreichen. Der CO2-Ausstoss in Deutschland hat laut Bundesumweltamt 2021 um 4,5 % zugenommen. Und da vor allem auch im Gebäudebereich durch energetische Sanierungen viel eingespart werden kann, wollen wir bestehende Missstände benennen, aber zugleich auch Ideen präsentieren, wie zum Beispiel eine parallele Förderung von Dachsanierung und Photovoltaik und eine Doppelförderung von PV und Gründächern.“

Einheitliche Regelungen bei der Abfallentsorgung

Aber auch der Hinweis, dass Hauseigentümer über 60 oft keine Kredite mehr für Sanierungen erhielten, ist für den ZVDH eine wichtige Stellschraube: „Hier gibt es immerhin ein Potenzial von rund 11 Millionen älteren Eigenheimbesitzern, deren Häuser mangels Kredite nicht saniert wird“, so Marx. Optimierungsbedarf sieht das Dachdeckerhandwerk auch bei der Abfallentsorgung: Hier seien einheitliche Regelungen über die Ländergrenzen hinweg notwendig und beim Nachweisverfahren sei viel Bürokratie im Spiel, die den Betrieben die Arbeit unnötig schwermache. „Und wenn wir tatsächlich 400.000 Wohnungen pro Jahr bauen wollen, muss auch noch viel für eine gleichwertige Behandlung der akademischen und beruflichen Ausbildung getan werden, um die Fachkräftelücke am Bau zu schließen“, stellt Marx fest. Dazu gehöre auch die Förderung der beruflichen Weiterbildung, vor allem im Bereich Photovoltaik und Gründach. Manchmal seien es gerade die kleinen Stellschrauben, die – richtig gedreht – große Wirkung entfalteten.

Das Positionspapier ist hier abrufbar: Positionspapier Dachdeckerhandwerk 2022